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12. Februar 2012
 

ZDFinfo

 
Taucher an einem Korallenriff. Quelle: mev
Der Einfluss des Menschen droht die empfindlichen Ökosysteme rapide zu zerstören.

Bedrohte Korallenriffe

Die Zerstörung des Regenwalds der Meere

Tauchtouristen haben ein neues Paradies entdeckt: die Korallenriffe im Roten Meer. Vier Millionen Sporttaucher kommen inzwischen Jahr für Jahr nach Ägypten, der Großteil aus Deutschland. Dieser Boom hat seine Kehrseite: Die Massen von Tauchern, darunter unzählige Tauchrowdies, zerstören ein einzigartiges Unterwasserparadies.

 
 
 
 

Sie sind die ältesten erhaltenen Öko-Systeme der Erde, sie schützen die Küsten vor Stürmen, sie sind Heimat für zehntausende Tier- und Pflanzenarten und Kinderstube für Hochseefische. Meeresbiologen nennen Korallenriffe auch "Regenwälder der Meere".

 

In Sekunden zerstört

Doch die Schönheit des Meeres ist stark bedroht: Während die kleinen Polypen der Korallen sehr langsam wachsen, zerstören Taucher unbedarft die Korallen, indem sie diese Arbeit innerhalb kurzer Zeit einfach abbrechen. Auch Schiffschrauben reißen immer wieder große Korallenstücke von den Riffen ab. Umweltschutzorganisationen versuchen sich deshalb auch seit Jahren um das Anker-Problem zu kümmern, indem sie hunderte von Festmach-Bojen ins Meer setzen.

 
Frau beim Schnorcheln im Korallenriff. Quelle: mev
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Das Festhalten an Korallen kann binnen weniger Minuten dazu führen, dass ein über jahrzentejahre lang gewachsener Korallenstock zerstört wird.

Wenn unvorsichtige Taucher sich an einem Korallenriff entlanghangeln oder ihm auch nur versehentlich mit der Flossen einen Tritt geben, Schiffe die kleinen Ökotope rammen - das alles richtet einen Schaden an, für dessen Reparatur die Korallen Jahrhunderte brauchen. Doch weil der Tauchtourismus gerade für viele ärmere Länder eine sprudelnde Devisenquelle ist, geht fast überall Wirtschaftsinteresse vor Riff-Schutz.

Totes Korallenriff im Meer. Quelle: imago
imago
Totes Korallenriff im Meer.

Respekt vor der Natur zeigen

Doch es sind nicht nur Taucher und Boote. Seit Jahren boomt die Region - mit Millionen Sonnentouristen. Die - gerne auch aus Langeweile - an den Riffen schnorcheln. Kaum richtig schwimmen könnend, ahnungslos, unsicher, unbekümmert, stehen sie auf den empfindlichen Riffdächern.

Infobox

Auch die schwimmenden Meeresbewohner, wie Wasserschildkröten leiden unter dem Massentourismus. Das für manche Taucher so amüsante Festhalten an den Tieren und das schwerelose sich Treiben lassen und "reiten" auf einer Schildkröte bedeutet für die Tiere erheblichen Stress. Viele von ihnen flüchten deshalb aus Furcht in die Tiefe des Meeres - meist zu tief und ertrinken dort.

Aus diesem Grund rückt das ökologische Tauchen immer mehr in den Vordergrund. Es wird mittlerweile bei vielen Tauchschulen hoher Wert auf eine umfassende Vorbereitung gelegt, bevor es ins Wasser geht. Auch im Wasser ist es dann wichtig, sich richtig zu verhalten, um die kostbaren Meeresbewohner nicht zu gefährden.

 

Verhaltensregeln für Taucher

 

  • Seriöse Tauchausbildung
  • Tauchausrüstung richtig fixieren, damit sich weder Schläuche noch Instrumente in den Korallen verfangen.
  • Unter Wasser nichts anfassen oder sich irgendwo festhalten genügen Abstand zu Lebewesen und Pflanzen halten
  • So wenig Staub wie möglich aufwirbeln. Dieser schadet den Korallen
  • Besondere Vorsicht gilt bei Nachttauchgängen und beim Durchschwimmen von Höhlen und Übergängen

Im Sinne der Natur

 

Umweltbewusst zu Tauchen bedeutet, sich wie ein respektvoller und angenehmer Gast in einer fremden Wohnung zu verhalten: nichts zerstören, die Bewohner nicht anzugreifen oder in ihrem Leben zu stören. Bestimmungen zum Arten- und Naturschutz sollten jedem Taucher heilig sein. Sollte Tauchverbot für ein Gewässer herrschen, sollte sich jeder im Interesse der Flora und Fauna daran halten, denn grundlos werden solche Verbote niemals ausgesprochen.

 
 
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